Die uns vorliegenden, letzten Zahlen der Innenministerkonferenz machen es noch einmal deutlich: Die Bundespolizei ist die Polizei mit der schlechtesten Bezahlungsstrukturen im Vergleich mit allen anderen Polizeien in Deutschland. Durch die bundesweite Verwendung, bundesweite EinsĂ€tze und durch zunehmende, hĂ€ufig auch gefĂ€hrliche AuslandseinsĂ€tze hat die Bundespolizei gleichzeitig die höchste Belastung.  Der Deutsche Bundestag hat mit der generellen Erhöhung der besonderen Lebensarbeitszeit auf das 62. Lebensjahr fĂŒr die Bundespolizeien die negativsten Regelungen im Vergleich mit allen Polizeien in Deutschland und Europa beschlossen. Zudem wurde die Arbeitszeit einseitig auf 41 Stunden angehoben und die Sonderzuwendung zusammengestrichen. Die negativen Planstellenobergrenzen im Verwaltungsbeamtenbereich haben zusammen mit der seit 1993 laufenden StellenkĂŒrzung in der Verwaltung zu dramatisch negativen Entwicklungen in der Verwaltung der Bundespolizei gefĂŒhrt. Es droht ganz konkret, dass dort Kolleginnen und Kollegen mit A 6 in Pension gehen. Sie werden um die FrĂŒchte ihrer Lebensarbeitszeit gebracht.  Gleichzeitig können Stellen in der Verwaltung wegen fehlender AttraktivitĂ€t nicht mehr besetzt werden. Dann werden dort PolizeibeamtInnen eingesetzt.
Die anhaltende Ăberlastung im Polizeibereich wird dadurch noch weiter verstĂ€rkt. HĂ€ufig auch vollkommen unmotivierte Gewalt gegen unsere Polizstinnen und Polizisten ist inzwischen an der Tagesordnung. Die dritte Neuorganisation der Bundespolizei innerhalb von 15 Jahren erfordert erneut von einer groĂen Anzahl von BeschĂ€ftigen der Bundespolizei einen bundesweiten Umzug hĂ€ufig in die teueren BallungsrĂ€ume unseres Landes. Die Bewertung der Dienstposten in der Bundespolizei ist ungerecht und nicht nachvollziehbar. Gleiche TĂ€tigkeiten werden ungleich bewertet und bezahlt. Das gilt vom PVB in der Gruppe und weitere Funktionen in der Bereitschaftspolizei und den Spezialeinheiten bis hin zum Fachlehrer in der Bundespolizei. Eine zunehmend groĂe Anzahl von PolizeiobermeisterInnen hat derzeit keine faire Entwicklungsperspektive.
 âDie Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei sind nicht weiter bereit, dies so hinzunehmen. Um das gegenĂŒber dem Bundesinnenminister, den Innenministern der LĂ€nder, den verantwortlichen Bundestagsabgeordneten und den nationalen und internationalen Medien deutlich zu machen, schalten wir ab Montag, den 14. September 2009, 07.00 Uhr eine eigene Internetseite, auf der sich die ungerecht behandelten Kolleginnen und Kollegen selbst zu Wort melden. Die Ungerechtigkeit in der Bundespolizei wird damit ĂŒber die Gewerkschaft der Polizei vielstimmig öffentlich dargestellt. Ich fordere alle Kolleginnen und Kollegen, die sich ungerecht behandelt fĂŒhlen auf, sich ab Montag, 14.09.2009, 07.00 Uhr an dieser Aktion zu beteiligenâ so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin. Der Internetzugang  wird am Montag, den 14. September 2009 ĂŒber www.gdp-bundespolizei.de bekanntgegeben. Die Aktion lĂ€uft unbefristet bis zur erfolgreichen Erledigung der Ungerechtigkeit