NRW: Polizei hebt Waffenlager der Hells Angels aus
Der Staat demonstriert Stärke: Bei einer Razzia gegen die Kölner Hells Angels haben Spezialeinheiten der Polizei ein Waffenlager ausgehoben und drei Rocker vorläufig festgenommen. In Duisburg durchsuchten Beamte das Clubhaus der Bandidos.
Köln - Die Polizisten durchsuchten am Freitag das Vereinsgelände der Hells Angels in Köln, die Wohnung ihres Präsidenten, eines weiteren Rockers und dessen Geschäftsräume in der Region. Wie SPIEGEL ONLINE aus der Rockerszene erfuhr, sollen die Kölner “Höllenengel” an der Massenschlägerei am vergangenen Samstag in Duisburg beteiligt gewesen sein. Bei der Razzia wurden zwei Revolver, vier Automatikpistolen, eine Pumpgun, Stahlschleudern, Teleskopschlagstöcke und mehrere hundert Schuss scharfe Munition entdeckt. Zusätzlich wurden fünf Schreckschusspistolen und Reizgas sichergestellt. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt.
Am Abend durchsuchten dann Beamte das Vereinsheim der Bandidos in Duisburg. Die Spezialeinsatzkräfte fuhren in einem Linienbus vor, “Dienstfahrt” war in der Anzeige über der Windschutzscheibe zu lesen.
Erst am Montag hatten Ermittler in Flensburg ein großes Waffenlager ausgehoben, das ebenfalls den Hells Angels zugerechnet wird.Nach der Ermordung des Bandidos Eschli E. vor knapp vier Wochen in Duisburg ist die Lage zwischen den verfeindeten Gruppen angespannt. Der Mord soll von einem Mitglied der Hells Angels begangen worden sein. Am vergangenen Wochenende war die Gewalt zwischen den verfeindeten Rockergruppen eskaliert. Ermittler vermuten hinter den Gewaltausbrüchen im Rheinland einen Kampf um Macht und Marktanteile im Rotlichtmilieu.
Quelle: Spiegel Online, 06.11.09